Wenn Sie einen R9-Bodenbelag eingebaut haben, haben Sie bis dahin alles richtig gemacht. Allerdings bedeutet das nicht, dass dieser Boden dauerhaft die R9-Rutschhemmung beibehält. Als Betreiber oder Eigentümer sind Sie verpflichtet, die Rutschsicherheit des Bodens kontinuierlich zu überwachen und zu erhalten. Andernfalls könnten Haftungsrisiken entstehen, falls es aufgrund eines mangelhaft gewarteten Bodens zu einem Unfall kommt.
Wichtige Aspekte der Rutschhemmung
- Reinigung: Die Verwendung falscher Reinigungsmittel, insbesondere seifenhaltiger, schichtaufbauender Reiniger, kann die Rutschsicherheit erheblich beeinträchtigen. Diese Mittel hinterlassen oft einen Film, der den Boden glatter macht, was die Rutschhemmung verringert. Daher ist es wichtig, geeignete Reinigungsprodukte zu verwenden, die die Struktur des Bodens erhalten.
- Abnutzung: Durch den regulären Betrieb kann eine sogenannte schleichende Verglättung entstehen. Dabei werden die mikroskopischen Strukturen des Bodens abgetragen, wodurch sich die Rutschfestigkeit verringert. Unter dem Mikroskop betrachtet, ähneln Bodenbeläge einer Berg- und Tal-Landschaft. Mit der Zeit nutzen sich die Erhebungen ab, während sich in den Vertiefungen Schmutz ansammelt. Dies führt zu einer kontinuierlichen Reduzierung der Rutschhemmung.
- Mechanische Belastung: Starke mechanische Beanspruchung, etwa durch schwere Maschinen oder intensive Nutzung in stark frequentierten Bereichen, kann ebenfalls die Rutschfestigkeit negativ beeinflussen. Besonders in Eingangsbereichen oder Produktionsstätten ist eine regelmäßige Kontrolle unerlässlich.
- Witterungseinflüsse: In Außenbereichen oder in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit kann Feuchtigkeit die Rutschgefahr erhöhen. Zusätzlich kann Temperaturschwankung den Bodenbelag verändern und seine Rutschhemmung beeinflussen.
Ihre rechtlichen Pflichten
Laut Arbeitsstättenverordnung, den berufsgenossenschaftlichen Richtlinien und der Verkehrssicherungspflicht sind Sie als Betreiber oder Eigentümer dazu verpflichtet, den Bodenbelag in einem einwandfreien, rutschsicheren Zustand zu halten. Dies erfordert:
- Regelmäßige Überprüfung der Rutschsicherheit: Eine Kontrolle durch Messungen oder Begehungen hilft, frühzeitig festzustellen, ob die Rutschhemmung noch ausreicht.
- Verwendung geeigneter Reinigungs- und Pflegeprodukte: Nur speziell zugelassene Reinigungsmittel sollten verwendet werden, um die Eigenschaften des Bodens nicht zu verändern.
- Gegebenenfalls Maßnahmen zur Wiederherstellung der Rutschhemmung: Wenn die Rutschhemmung nachlässt, können spezielle Verfahren wie Tiefenreinigung, Oberflächenbearbeitung oder das Aufbringen neuer rutschhemmender Schichten notwendig sein.
Ein Verstoß gegen diese Pflichten kann erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen, darunter rechtliche Haftung und Schadensersatzansprüche, wenn Unfälle aufgrund mangelnder Rutschsicherheit auftreten.
Fazit
Der Einbau eines R9-Bodens allein reicht nicht aus, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Entscheidend ist die fortlaufende Kontrolle und Pflege, um die Rutschhemmung dauerhaft zu gewährleisten. Eine regelmäßige Überprüfung und gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen sind essenziell, um Unfälle zu vermeiden und den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen. Nur durch eine konsequente Wartung und Überwachung kann sichergestellt werden, dass der Bodenbelag dauerhaft seinen vorgesehenen Sicherheitsstandard erfüllt.