
Rutschsicherheit messen
Ihr Boden ist glatt – aber wie glatt genau? Viele Sturzunfälle passieren, weil die Rutschhemmung nie professionell gemessen wurde. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie eine normgerechte Messung nach DIN 51131 abläuft, welche Fehler die Rutschsicherheit gefährden und wann professionelle Hilfe sinnvoll ist.
Video: Rutschsicherheit messen in der Praxis
Video: So messen wir die Rutschsicherheit vor Ort mit dem Gleitreibungsmessgerät GMG 200 nach DIN 51131.
Warum Rutschsicherheit messen so wichtig ist
Stolpern, Rutschen und Stürzen gehören zu den häufigsten Unfallursachen in Deutschland – sowohl im gewerblichen Bereich als auch im privaten Umfeld. Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) entfallen rund 15 % aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle auf Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle (SRS-Unfälle). Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich: Behandlungskosten, Arbeitsausfälle und Haftungsansprüche summieren sich jährlich auf Milliardenbeträge.
Die Rutschsicherheit eines Bodens hängt von vielen Faktoren ab: der Oberflächenstruktur des Belags, der Art und Menge gleitfördernder Stoffe (Wasser, Öl, Reinigungsmittel), dem Schuhwerk der Nutzer und den konkreten Umständen. Besonders tückisch: Ein Boden, der trocken völlig sicher erscheint, kann bei Nässe extrem rutschig werden – der sogenannte Aquaplaning-Effekt.
Ohne eine professionelle Messung ist es unmöglich, die tatsächliche Rutschhemmung eines Bodens zuverlässig zu beurteilen. Die subjektive Einschätzung („fühlt sich griffig an") reicht weder für die eigene Sicherheit noch als Nachweis der Verkehrssicherungspflicht. Nur eine normgerechte Messung nach DIN 51131 (bzw. DIN EN 16165) liefert belastbare Werte, die auch vor Gericht Bestand haben.
Rutschsicherheit messen – Schritt für Schritt
So läuft eine professionelle Rutschsicherheitsmessung nach DIN 51131 ab – von der Bestandsaufnahme bis zum fertigen Gutachten.
Vorbereitung: Bestandsaufnahme vor Ort
Vor der eigentlichen Messung erfassen wir die Gegebenheiten vor Ort: Bodenbelagsart, Nutzungsbereich, vorhandene gleitfördernde Stoffe (Wasser, Öl, Reinigungsmittel) und die baulichen Rahmenbedingungen. Wir dokumentieren den Ist-Zustand fotografisch und identifizieren kritische Bereiche.
- →Bodenbelag identifizieren (Naturstein, Fliese, Estrich, Beschichtung)
- →Nutzungsbereich klassifizieren (Eingang, Küche, Nassbereich, Außenbereich)
- →Vorhandene Verschmutzungen und gleitfördernde Stoffe dokumentieren
- →Relevante DIN-Normen für den Bereich bestimmen (DIN 51130, 51131, 51097)
Messung: Gleitreibungsmessung nach DIN 51131
Mit unserem kalibrierten Gleitreibungsmessgerät GMG 200 führen wir die Messung direkt auf dem verlegten Boden durch. Das Gerät simuliert den menschlichen Gang und misst den Gleitreibungskoeffizienten (µ-Wert) unter standardisierten Bedingungen – sowohl trocken als auch nass.
- →Mindestens 10 Einzelmessungen pro Messstelle für statistische Absicherung
- →Messung in verschiedenen Richtungen (längs, quer, diagonal)
- →Nass- und Trockenmessung zur vollständigen Bewertung
- →Sofortige Auswertung der µ-Werte vor Ort
Bewertung: Gutachten und Maßnahmenkatalog
Die Messergebnisse werden nach den berufsgenossenschaftlichen Richtlinien (DGUV Information 208-041) bewertet und in ein rechtssicheres Gutachten überführt. Sie erhalten eine klare Einstufung Ihres Bodens (A/B/C) sowie einen konkreten Maßnahmenkatalog, falls Handlungsbedarf besteht.
- →Einstufung in Kategorie A (kritisch), B (eingeschränkt) oder C (betriebstauglich)
- →Rechtssicherer Prüfbericht nach DIN 51131
- →Konkreter Maßnahmenkatalog bei Handlungsbedarf
- →Empfehlungen zur langfristigen Überwachung (Rutschhemmungskataster)
Einstufung der Böden nach der Messung
Diese Fehler gefährden die Rutschsicherheit
Achtung: Häufige Fehler bei der Rutschsicherheit
Diese Fehler führen regelmäßig zu gefährlich glatten Böden und können im Schadensfall zur Haftung führen:
- ✕Falsche Reinigungsmittel verwenden – aggressive Reiniger können die Oberflächenstruktur zerstören und die Rutschhemmung drastisch verschlechtern
- ✕Polierende Pflegemittel einsetzen – Wachse und Polituren füllen die Mikroporen des Bodens und machen ihn spiegelglatt
- ✕Rutschsicherheit nur trocken beurteilen – die meisten Sturzunfälle passieren auf nassem Boden, daher ist die Nassmessung entscheidend
- ✕Keine regelmäßige Nachprüfung durchführen – Böden verlieren durch Abnutzung und Verschmutzung ihre Rutschhemmung über die Zeit
- ✕Auf Herstellerangaben allein vertrauen – die R-Klasse im Werk kann sich nach Verlegung und Nutzung deutlich verändern
Häufige Probleme bei der Rutschsicherheit
Diese vier Problemtypen begegnen uns bei Rutschsicherheitsmessungen am häufigsten – und für jeden gibt es eine Lösung.
Abgenutzte Oberflächen
Durch jahrelange Begehung und mechanische Beanspruchung wird die Oberflächenstruktur des Bodens abgetragen. Besonders bei Naturstein und Fliesen verliert die Oberfläche ihre Mikrorauheit.
Lösung: Professionelle Messung zur Bestimmung des aktuellen Zustands, anschließend mechanische oder chemische Aufrauhung der Oberfläche.
Falsche Reinigung
Polierende oder filmbildende Reinigungsmittel hinterlassen einen Schmierfilm auf dem Boden. Dieser Film füllt die Mikroporen und reduziert die Rutschhemmung erheblich.
Lösung: Grundreinigung mit geeigneten Mitteln, Umstellung auf pH-neutrale, rückstandsfreie Reiniger. Schulung des Reinigungspersonals.
Feuchtigkeit & Nässe
In Eingangsbereichen, Küchen und Nassräumen entsteht durch eingetragenes Wasser ein Aquaplaning-Effekt. Bereits geringe Wassermengen können die Rutschgefahr vervielfachen.
Lösung: Sauberlaufzonen installieren, Entwässerung optimieren, Bodenbelag mit höherer R-Klasse einsetzen oder Rutschhemmung nachträglich verbessern.
Ungeeigneter Bodenbelag
Häufig wird ein Bodenbelag gewählt, der optisch ansprechend ist, aber nicht die erforderliche Rutschhemmung für den Nutzungsbereich aufweist. Besonders geschliffene Natursteine sind oft problematisch.
Lösung: Gutachten zur Bestimmung der erforderlichen R-Klasse, anschließend Austausch oder nachträgliche Verbesserung der Rutschhemmung.
Wann professionelle Hilfe notwendig ist
Nicht jeder glatte Boden erfordert sofort ein Gutachten. Aber in folgenden Situationen sollten Sie unbedingt einen Fachmann hinzuziehen:
Professionelle Messung – so arbeiten wir
Als Gutachter für Rutschsicherheit mit über 25 Jahren Erfahrung erstellen wir für Sie rechtsichere Gutachten zur Bestimmung der Rutschsicherheit Ihres Bodenbelags. Mit unserem kalibrierten Gleitreibungsmessgerät GMG 200 messen wir den Gleitreibungskoeffizienten direkt auf Ihrem verlegten Boden – unter realen Bedingungen, nicht im Labor.
Sie erhalten von uns eine eindeutige Stellungnahme bezüglich der Rutschhemmung Ihres Bodenbelags gemäß der berufsgenossenschaftlichen Richtlinien und Verordnungen. Dabei werden neben der Messung auch die spezifischen Nutzungsbedingungen und sämtliche Einflussfaktoren berücksichtigt.
Unser Leistungspaket umfasst:
Unser Konzept: „Rutschsicherheit – Rechtssicherheit – Jederzeit"
Zusammen mit unserem Wartungsvertrag haben Sie die dauerhafte Lösung für Ihre Verkehrssicherungspflicht.
Rutschsicherheit messen in Berlin & Brandenburg
Als Berliner Fachbetrieb sind wir in der gesamten Region Berlin und Brandenburg für Sie im Einsatz. Ob Geschäftsgebäude in Mitte, Wohnanlage in Potsdam oder Industriehalle in Brandenburg an der Havel – wir kommen zu Ihnen vor Ort und führen die Messung direkt auf Ihren Böden durch.
Unsere Kunden in der Region umfassen Hausverwaltungen, Hotels, Krankenhäuser, Einkaufszentren, Restaurants, öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen. Durch unsere lokale Präsenz können wir kurzfristig Termine anbieten und im Notfall (z. B. nach einem Sturzunfall) innerhalb von 24 Stunden vor Ort sein.
Rutschsicherheit messen in Berlin – Ihr Direktkontakt:
0800-1771971Kostenlose Erstberatung · Deutschlandweit verfügbar
Häufig gestellte Fragen zur Rutschsicherheitsmessung
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